Das Weihnachtsgewinnspiel: Die Auflösung

 

Liebe Freunde der Feinen Dinner Shows. Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme an unserem diesjährigen Weihnachtsgewinnspiel! Wir sind ganz begeistert, dass so viele Hobbydetektive teilgenommen haben. Auch Holmes und Watson bedanken sich für die Unterstützung. Manche von Ihnen lagen leider mit ihren Schlussfolgerungen ein bisschen daneben, interpretierten die ein oder andere Zeugenaussagen nicht ganz richtig oder ließen sich von einer falschen Fährte ablenken. Nicht schlimm, auch Doktor Watson hatte bis zu Schluss keinen blassen Schimmer, wer der Geist der Weihnacht ist. Aber viele von Ihnen, ließen sich nicht verwirren. Sie kamen auf die gleichen Schlüsse wie Holmes und überführten den Mörder. Wer es war? Hier ist die nun Auflösung.

 

1. Wer ist der Erpresser, der sich Geist der Weihnacht nennt
Der Erpresser ist Mr. Ebenezer Scrooge! Sein Plan war es von Anfang an, seinen Konkurrenten Mr. Fezziwig zu erpressen. Um jeden Verdacht gegen sich auszuschließen, schrieb er die Erpresserbriefe an sich selbst und inszenierte den „Mordanschlag“ auf sich in der Bakerstreet. Der Zufall half Scrooge, die Geschichte um den Geist der Weihnacht effektvoll einzuführen. Sein Geschäftspartner Marley starb in den frühen Morgenstunden des 20. Dezembers eines natürlichen Todes und erlitt einen Herzinfarkt. Scrooge arrangierte die Leiche im Schreibtischstuhl so, als wäre das Opfer von hinten mit einem Pfeil erschossen worden.

 

2. Wo befindet sich der Erpresser?

Der Erpresser befindet sich oben in der Baumkrone der Blutbuche. Weil die Buche auch im Winter ihr Laub nicht verliert, ist sie das perfekte Versteck. Scrooge zog das Paket mit einer Angel zu sich nach oben.

 

3. Wie hat sich der Erpresser verraten?

Als Holmes und Watson kurz vor der letzten Lösegeldübergabe Scrooge besuchten, beschuldigte dieser seinen Angestellten Cratchit, der Erpresser zu sein. Er sagte wörtlich: „Sicherlich ist er für den gestrigen Mordanschlag und für die drei Erpresserbriefe verantwortlich.“ Wäre Scrooge unschuldig, hätte er nur von zwei Erpresserbriefen wissen können, da Mr. Fezziwig die Anweisung hatte, niemanden davon zu berichten.

 

Lassen wir doch Doktor Watson noch einmal zu Wort kommen.

 

Kapitel 5: Holmes löst den Fall

Mittwoch 25. Dezember 1889

 

Liebe Leser, größer hätte mein Erstaunen nicht ausfallen können. Mr. Ebenezer Scrooge war der Erpresser!  Selbst einen Tag später konnte ich es immer noch nicht fassen. Wir saßen mit einem Glas von Mrs. Hudsons herrlichen Eierpunsch am Kamin und besprachen den Fall. Holmes hatte mir alle Fakten noch einmal dargelegt und die Zusammenhänge erklärt. Ich ließ darauf hin die Geschehnisse der letzten vier Tage noch einmal im Geiste Revue passieren, schwieg und blickte lange in die Flammen.

„So ein ausgekochtes Schlitzohr, dieser Scrooge!“, sagte ich zu Holmes. Ich wandte mich zu ihm um, aber mein Freund saß nicht mehr in seinem Sessel. Von mir unbemerkt war er aufgestanden und gegangen.

„Holmes?“

„In meinem Zimmer!“, rief er.

Ich saß einen Moment still da, als mir ein Gedanke durch den Kopf ging.

„Holmes“, sagte ich laut in Richtung seiner Tür. „Eine Frage habe ich noch.“

„Nur zu, mein Bester!“

„Der Geist der Weihnacht, den wir in der Saint Paul´s Cathedral gehört haben. Wie hat er das gemacht?“

„Unten im Kirchenschiff gab es keinen Geist. Scrooge tat nur so und sprach mit sich selbst, mit verstellter Stimme. Für diesen Auftritt war das flüsternde Gewölbe die perfekte Bühne.“

„Aber er warf doch das Paket nach unten!“

„So sah es aus. Aber er ließ es heimlich und im Schutze der Dunkelheit unter seinem weiten Mantel verschwinden. Im Mantel hatte er übrigens Pfeil und Bogen versteckt, damit er später den Mordanschlag auf sich inszenieren konnte.“

„So ein Fuchs! Sagen Sie Holmes, was treiben Sie da eigentlich in Ihrem Zimmer.“

„Ich bereite mich vor.“, rief er zurück.

„Sie bereiten sich vor? Du meine Güte. Wir haben doch Weihnachten. Was haben Sie denn heute noch zu tun?“

„Watson, erinnern Sie sich an den Brief, den ich vor 4 Tagen erhielt?“

„Welcher Brief?“, fragte ich unschuldig.

„Der Brief, den Sie neugierig öffnen wollten, als ich Sie an meinem Schreibtisch erwischt habe? Und der Brief, den ich verbrannte, als Sie mich des Nachts beobachtet haben?“

„Sie haben mich doch nicht etwa bemerkt?“

„Ich bemerke immer alles. Das sollten Sie inzwischen wissen.“

„Ja, ja. Und was stand in dem Brief?“ wollte ich endlich erfahren.

„Wir beide haben heute Abend eine Verpflichtung, die wir nicht ablehnen können. Die Weigerung zu Erscheinen könnte meinen Tod bedeuten.“

„Ach du meine Güte.“

„Wenn Sie sich bitte auch dafür rüsten würden?“

„Sie meinen, ich soll meinen Armeerevolver einstecken?“

Holmes trat aus seinem Zimmer und trug seine feinste Abendgarderobe.

„Nein. Ich meine, Sie sollen Ihren Ausgehfrack anziehen. Mein verdammter Bruder hat die Unverfrorenheit besessen, uns zu einem Weihnachtsessen in den Diogenes Club einzuladen. Er hegt den absurden Gedanken, es wäre „nett“, wenn die Familie zum Fest zusammenkäme. Wenn wir nicht pünktlich erscheinen, bringt er mich um.“

Ich lachte laut auf.  „Die Holmes Brüder friedlich vereint unter dem Tannenbaum. Das, mein lieber Sherlock, ist der Geist von Weihnachten.“

 

ENDE

 

Die Gewinner unseres Mörderspiels werden per E-Mail informiert.

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

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